Kräuter und Co. Helfen bei Blähungen

Diese Behauptung liest man immer wieder, doch diese vermeintliche Behauptung wurde mittlerweile sogar von wissenschaftlicher Seite untersucht und bestätigt. Es gibt Pflanzenarten die aufgrund ihrer Zusammensetzung und ihrem Gehalt an speziellen Essenzen dem Körper gut tun können. Sie lindern Beschwerden und weisen eine heilende Wirkung auf. Bekannt ist auch, dass besonderes die Verdauung und das Immunsystem von den heilenden Kräften der Pflanze profitieren können. Welche Pflanze heute konkret besprochen werden soll? Der Fenchel. Er gilt als schonendes Mittel bei Magen-Darm-Beschwerden und Blähungen und kann sogar schon bei Babys eingesetzt werden, um für zügige Linderung zu sorgen.

Pflanzenkunde zum Fenchel

Damit verstanden werden kann, warum der Fenchel so hoch im Kurs steht, um Darmbeschwerden zu regulieren und zu heilen, muss ein kleiner Ausflug in die Pflanzenkunde gemacht werden. Der Fenchel ist ein Doldengewächs, was sicherlich viele verwundern wird denn eigentlich wirkt er ja eher wie ein Knollengewächs. Doch der Schein trügt. Auch ist der Glaube weit verbreitet, dass Fenchel aus Deutschland stamme, doch ursprünglich kommt er aus dem Mittelmeerraum und wird überwiegend in Mitteleuropa angebaut. Verwilderte Arten des Fenchels sind übrigens in ganz Süd- und Mitteleuropa zu finden. Der gedeiht ideal auf nährstoffreichem Boden, denn diesen benötigt er, um sich besonders gut zu entwickeln. Weiterhin braucht Fenchel sonnige Lage, welche unbedingt geschützt sein sollte. Wer in Deutschland Fenchel anbauen möchte, sollte diesen im Gewächshaus kultivieren, da ansonsten die Chancen aufgrund des zu milden Klimas in Deutschland eher schlecht für eine reiche Ernte stehen. Fenchel gibt es als ein- oder mehrjährige Pflanze die von Juli bis September in der Blüte steht. Wer einmal Fenchel gerochen hat sollte sich diesen Duft noch intensiver und aromatischer vorstellen und kann sich dann ungefähr ein Bild davon machen, wie blühender Fenchel duftet.

Fenouil
Bild: By Arnaud 25 (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Schon in der Kräuter-Fibel steht geschrieben: Du sollst deine Pflanzen lieben – Die Inhaltsstoffe des Fenchel

Der Fenchel ist reich an ätherischen Ölen. Dabei enthält er vor allem Anethol und Fenchol. Darüber hinaus findet sich im Fenchel fettes Öl sowie Zucker, Stärke und Proteine. Diese Kombination macht ihn zu einem intensiven Wirkstoff bei vielen Krankheitsbildern. Der Grund ist die Mischung aus hochkonzentrierten ätherischen Ölen sowie dem fetten Öl und den Proteinen sowie Stärke und Zucker, denn diese Kombination ermöglicht es ihm, heilende Wirkung aufzubauen und abzugeben. Der Fenchel kann bei Husten genutzt werden. Durch seine Stoffe wirkt er fördernd gegenüber Auswurf und kann dabei die Atemwege befreien. Außerdem wird er auch in der Frauenmedizin schon seit vielen Jahrzehnten eingesetzt. Hier wirkt er Krampflösend bei Menstruationsbeschwerden, kann die Menstruation regulieren und wirkt bei jungen Müttern milchtreibend. Sein Haupteinsatzgebiet ist aber die Verdauung. Hier werden ihm krampflösende Kräfte zugeschrieben. Außerdem kann er die Verdauung fördern und unterstützen und sich blähwidrig verhalten. Bestehende Blähungen und Verdauungsprobleme können also durch Fenchel bekämpft werden.

Die Verwendung des Fenchels zu heilenden Zwecken

Im Bereich der Heilung werden die Früchte des Fenchel verwendet. Dabei gibt es eine goldene Regel, um die hochwertigsten und qualitativen Früchte zu bekommen. Die reifen Dolden werden manuell, also von Hand geschnitten. Durch diese Ernte werden die Früchte schonend behandelt und werden nicht verletzt. Bei verletzten Früchten können die wichtigen Stoffe an der offenen Stelle austreten, was zu einem Qualitätsverlust führt. Der Fenchel kann dann gesäubert und anschließend getrocknet werden und sollte möglichst trocken, gut verschlossen und nicht zu hell gelagert werden. So bleiben seine wertvollen Stoffe erhalten. Zur Weiterverarbeitung bieten sich verschiedene Methoden an. Es gibt auch Fenchelhonig, Fenchelbonbons, Fenchelsirup, Tabletten, Kapseln und Tees. Schon in frühen Zeiten gaben Mütter ihren Kindern bei Blähungen ein Getränk aus Wasser und Fenchel. Heute kennen wir diesen Sud als Fencheltee. Auch Sebastian Kneipp, welcher für seine natürlichen Essenzen und Anwendungen bekannt ist, wusste die Kraft des Fenchels zu schätzen. Er empfahl diesen bei Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen und bronchialen Erkrankungen, wie Husten oder sogar bei Asthma. Fenchel hat eine beruhigende Wirkung auf den Darm und kann somit auch Krämpfe und Verspannungen lösen. Aufgrund dieser Eigenschaft wirkt er auch schmerzreduzierend und kann Blähungen oder Darmbeschwerden lösen. Um selbst einen Fenchel-Sud herzustellen kann folgendes Rezept verwendet werden:

Einen Teelöffel Fenchelsamen pro Tasse Tee mit kochendem Wasser übergießen. Wer direkt eine Kanne kochen möchte, gibt also soviel Fenchel (in Apotheke und Reformhäusern erhältlich) in die Kanne, wie er Tassen konsumieren will. Anschließend die Samen mit kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Den Fenchel absieben und den Tee genießen. Bei Atemwegsbeschwerden eignet sich dieser Tee ebenfalls. Er kann dann noch mit Honig ergänzt werden. Bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen sollte auf das Süßen verzichtet werden, da zu viel Zucker zu weiteren Blähungen führen kann. Die Verzehrempfehlung für den Tee sind über den Tag verteilt, je ein bis zwei Tassen trinken.

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