Blähungen – Wenn sich Gase im Darm sammeln

Das Tabuthema Nr. 1

Von Blähungen spricht niemand gerne. Heute ist es ein peinliches Thema, das vielerlei Berührungsängste mit sich bringt. Vor allem in der Öffentlichkeit wird nicht gerne darüber geredet. Passiert dann der Fall, dass sich in der Öffentlichkeit auch noch Gase lösen, so rümpfen Umstehende die Nase oder geben entsprechend herablassende Kommentare ab. In diesem Momenten fühlt man sich, als wäre man der einzige Mensch der Welt, der Blähungen hat. Doch das ist natürlich nicht der Fall. Jeder Mensch „leidet“ täglich unter Blähungen. Diese treten einmal stärker einmal weniger stark auf. Dies ist ein völlig natürliches Verhalten des menschlichen Körpers und dennoch sind Blähungen in der heutigen Zeit fast schon zu einem Tabuthema geworden. Selbst an chronischen Blähungen leidende Personen haben Hemmungen zum Arzt zu gehen. Und dies obwohl diese Gasansammlungen im Darm durchaus sehr schmerzhaft sein können. Doch warum ist dies so?

Die Gesellschaft hat sich im Laufe ihrer Entwicklung deutlich verändert. Früher war es gleichgültig, ob man in der Öffentlichkeit pupsen musste oder nicht. Man hat sich darauf nicht konzentriert. Im allgemeinen Volk war dies eine Selbstverständlichkeit, welche ohne Scham oder Kommentare ausgeübt werden konnte. Aus dieser Zeit stammen auch Redewendungen, die deutlich klar machen, dass das Gase ablassen zur damaligen zeit absolut legitim und als natürlich angesehen wurde. Im Mittelalter noch war es sogar Gang und Gäbe während einem festlichen Bankett Körpergeräusche von sich zu geben. Neben pupsen oder rülpsen wurde sich sogar bei Tisch geschneutzt. Dies alles sollte dem Gastgeber zeigen: Mir geht es gut, das Essen schmeckt hervorragend, du bist ein guter Gastgeber. Würde man dies heute bei einem festlichen Abendessen tun, würde man sicherlich von der Tafel verwiesen oder mit bösen Blicken gestraft. Sicherlich würde man jedoch um Zurückhaltung gebeten. Kindern wird es bereits früh abtrainiert in Gesellschaft Gase abzulassen oder aufzustoßen. Dies liegt daran, dass die Menschheit nach dem Mittelalter eine Zivilisationsphase durchlebte. In dieser Phase wurde es als unfein angesehen, wenn Damen von Rang oder Adel aufstießen oder Gase abließen. Schnell weitete es sich aus, dass auch Herren dies nicht mehr taten. Weder bei Tisch, noch in Gesellschaft. Es wurde nicht mehr toleriert sich so zu verhalten. Nachdem die vermögende Gesellschaft und die adeligen Volksführer diese neue Etikette eingeführt hatten, ging dies auch schnell auf das allgemeine Volk über. Schließlich wollte sich jeder angleichen und zeigen, dass auch er oder sie von gutem Hause sind.

So steigerte sich dieses Verhalten bis in die heutige Zeit. Nun ist es absolut tabu darüber zu sprechen, denn in den Köpfen der Menschen ist hier eine Blockade entstanden. Daher rührt auch die Scham vieler, mit dem eigenen Arzt über das Thema zu reden. Selbst bei starken Schmerzen schrecken zahlreiche Betroffene davor zurück, einen medizinischen Rat einzuholen. Dabei nutzen viele dann das Internet als Informationsquelle. Dieses ist jedoch nicht besonders wertvoll in individuellen Fragen. Besser ist es in der Tat zum Hausarzt zu gehen und diesem von quälenden Blähungen zu erzählen. Der Arzt ist geschult und kann auf die entsprechenden körperlichen Gegebenheiten eingehen und nach der Ursache für die Blähungen suchen.

Sollte man an nur selten auftretenden Blähungen leiden, so kann dies auch eine Reaktion auf entsprechende Speisen sein. Ein Gang zum Arzt ist dann nicht immer erforderlich. Dies kann man meist selbst in den Griff bekommen, indem man blähende Speisen reduziert, auf eine schonende Zubereitung der Lebensmittel achtet und eventuell mit Gewürzen wie Kümmel oder Anis arbeitet. Diese wirken bereits während dem Essen entblähend und können somit später möglicherweise folgenden Blähungen entgegenwirken. Bei akuten Blähungen können Tees, eine Wärmflasche oder etwas Bewegung helfen, um die lästigen Gase schneller los zu werden. Verkneifen sollte sich jedoch niemand seine Blähungen, denn dies kann schmerzhafte Folgen haben.

Nach dem Essen trinken viele einen Schnaps. Dabei ist Alkohol nicht besonders gut für die Verdauung, da dieser den Verdauungsvorgang verlangsamt. Besser ist es nach schwerer Kost einen Tee zu trinken oder sich einen Kaffee zu gönnen. Generell ist auch auf ausreichende Bewegung und genügend Zufuhr von gesunder Flüssigkeit wie Wasser oder Saftschorlen zu achten. Dann sollten Blähungen bald nicht mehr im Übermaß, sondern im normalen und natürlichen Maße auftreten. Wer übrigens das dringende Bedürfnis verspürt Gase abzulassen, sollte diesem Drang nachkommen. Das bedeutet, dass man die nächst mögliche Toilette aufsuchen sollte, oder sich etwas Abseits von der allgemeinen Öffentlichkeit aufhalten kann. Somit wäre das Tabuthema Blähungen gekonnt und elegant umgangen.

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