Schreibabys: Dreimonatskoliken sind der Auslöser

Koliken sind bewegungsunabhängige krampfartige Schmerzen, die im gesamten Bauchraum auftreten können. Weil Sie bei Säuglingen in der Regel ohne erkennbare medizinische Ursache im ersten Lebenshalbjahr auftreten, spricht man von den sogenannten Dreimonatskoliken. Sie lösen heftige Schreiattacken aus, die meist in der zweiten Lebenswoche beginnen

Koliken sind bewegungsunabhängige krampfartige Schmerzen, die im gesamten Bauchraum auftreten können. Weil Sie bei Säuglingen in der Regel ohne erkennbare medizinische Ursache im ersten Lebenshalbjahr auftreten, spricht man von den sogenannten Dreimonatskoliken. Sie lösen heftige Schreiattacken aus, die meist in der zweiten Lebenswoche beginnen. Säuglinge, die unter Dreimonatskoliken leiden, werden Schreibabys genannt, weil sie in der Regel mehrmals wöchentlich über einen Zeitraum von mehreren Stunden hinweg schreien und kaum zu beruhigen sind. Normalerweise klingen die Symptome ab dem dritten Lebensmonat ab. Dreimonatskoliken können in Einzelfällen aber durchaus bis zu sechs Monaten anhalten. Meist treten die Beschwerden nach den Mahlzeiten und gegen Abend auf. Statistisch gesehen ist inzwischen etwa jedes achte bis zehnte Baby ein Schreibaby. Dabei macht es keinen Unterschied, in welcher Region oder in welchem sozialen Umfeld die Säuglinge leben. Schreibabys gibt es in allen Ländern und bei allen Völkern der Welt. Ärzte haben inzwischen festgestellt, dass Babys, die in einem Raucherhaushalt leben, häufiger von Dreimonatskoliken betroffen sind als Säuglinge, deren Eltern Nichtraucher sind.

Was verursacht Dreimonatskoliken und macht Säuglinge zu Schreibabys?

Körperliche Ursachen kann der Arzt bei der Untersuchung eines Schreibabys in der Regel nicht feststellen. Das Baby erscheint körperlich vollkommen gesund. Trotzdem muss natürlich abgeklärt werden, ob es Faktoren gibt, die diese Koliken bei dem Säugling auslösen könnten. Es ist also das gesamte Umfeld des Schreibabys zu prüfen und festzustellen, ob es körperliche oder psychische Störungen geben könnte oder ob eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt. Auch eine Refluxkrankheit kann ein auslösender Faktor für Schreianfälle sein. Darüber hinaus muss man sich natürlich vor Augen halten, dass der gesamte Verdauungstrakt des Babys bei der Geburt noch nicht vollständig ausgereift ist. Während der ersten Lebensmonate finden im Körper des Säuglings verschiedene Anpassungs- und Reifevorgänge statt, die sich auch störend auf das Wohlbefinden auswirken können. Blähungen und Bauchschmerzen bei einem Neugeborenen sind also keine Seltenheit und können so intensiv sein, dass kolikartige Schmerzen entstehen. In seltenen Fällen kann auch ein Parasitenbefall, etwa durch Würmer (Askariden) eine Darmentzündung hervorrufen. Auch eine Invagination (Einstülpung) des Dünndarms kann Dreimonatskoliken auslösen. Ist dies der Fall, muss eine Ultraschalluntersuchung klären, ob ein operativer Eingriff notwendig ist. In den meisten Fällen genügt jedoch eine manuelle Therapie, um die Darmschlingen wieder zu befreien.

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Mögliche körperliche Ursachen von Dreimonatskoliken

  • Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen bei der Ausreifung des Verdauunssystems
  • Refluxkrankheit
  • Parasitenbefall
  • Darminvagination

In seltenen Fällen können Erkrankungen an anderen Organen, wie etwa Infektionen im Bereich der Ohren, Atem- oder Harnwege auslösende Faktoren für lang anhaltende Schreiattacken sein. Auch ein angeborener Hirnschaden kann als Ursache nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Aber nicht immer sind die Symptome durch körperliche Beeinträchtigungen zu erklären. Dreimonatskoliken entstehen auch durch einen kontinuierlichen Schlafmangel. Das Schreibaby hat Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen. Deshalb findet es immer weniger ausreichend erholsamen Schlaf. Das gesamte Nervensystem wird stark überreizt und die einzige Möglichkeit, die ein Säugling hat, um auf Missstände in seinem direkten Umfeld hinzuweisen, ist das lang andauernde und teilweise sehr exzessive Schreien.

Dreimonatskoliken und Schreibabys: die wichtigsten Symptome und die erste Diagnose

Eltern, die den Verdacht hegen, dass ihr Schreibaby unter Dreimonatskoliken leidet, sollten zunächst darauf achten, ob sie folgende Symptome erkennen können:

  • Der Kopf des Kindes ist hochrot
  • Das Baby schwitzt
  • Die gesamte Muskulatur ist übermäßig angespannt
  • Der Bauch ist hart oder aufgebläht und druckempfindlich
  • Das Baby zieht die Beine an und ballt die Hände zusammen

In vielen Fällen werden bei Schreibabys auch Schlafstörungen oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme auftreten. Die Schreiattacken beginnen zumeist nach Mahlzeiten und am späten Nachmittag. Dabei zeigt der Stuhl des Säuglings keinerlei Auffälligkeiten. Für den Mediziner sind bei der Diagnose zunächst einmal die Beobachtungen der Eltern besonders wichtig. Er wird also insbesondere die Mutter sehr detailliert nach dem Verhalten des Schreibabys während der Schreiattacken befragen. Weitere Diagnosemöglichkeiten sind eine Ultraschalluntersuchung, die für das Baby schonend und ungefährlich ist, die Untersuchung einer Stuhlprobe, eine allgemeine körperliche Untersuchung sowie ein Blutbild. Sollten bei dem Schreibaby aufgrund der Dreimonatskoliken bereits auffällige Schlafstörungen vorliegen, kann eine Untersuchung im Schlaflabor zusätzliche wichtige Informationen liefern.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für Dreimonatskoliken bei Schreibabys?

Eltern, die ein Schreibaby versorgen müssen, stehen unter starkem psychischen Stress. Dieser überträgt sich nicht selten auf den Säugling und verstärkt die Symptome. Es ist also unbedingt wichtig, dem Baby eine ruhige und stressfreie Umgebung zu bieten und möglichst gelassen und ruhig zu bleiben. Leichte, kreisförmige Massagen um den Bauchnabel herum können Linderung bringen. Schreibabys sollte man auf keinen Fall sich selbst überlassen. Das sanfte Wiegen oder das Herumtragen auf dem Arm können ebenfalls zur Beruhigung beitragen. Inzwischen gibt es spezielle Schreiambulanzen, die die Eltern darin schulen, geeignete Beruhigungsmaßnahmen einzusetzen. In extrem schwierigen Fällen kann eine teilstationäre Behandlung des Schreibabys als entlastende Maßnahme für die Mutter die Therapie wirksam unterstützen.

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